Was ist Franchising?

Franchising ist ein System, das auf Partnerschaft und Expertise aufbaut. Franchisegeber:innen entwickeln ein Vertriebskonzept, das sie gegen einen Vertrag und gewisse Gebühren den sogenannten Franchisenehmer:innen zur Verfügung stellen. Franchising ist also ein Kooperations- und Vertriebssystem, mit dem Waren und Dienstleistungen von rechtlich unabhängigen Unternehmen vermarktet werden. (Definition WKO) Das Prinzip, das dem Franchising zu Grunde liegt, lautet: 1 x gedacht – 100 x gemacht

Drei Arten von Franchising

Von der Art der Geschäftstätigkeit wird zwischen Produktions-, Vertriebs- und Dienstleistungsfranchising unterschieden.  Das Vertriebsfranchising ist in Österreich aktuell am häufigsten vertreten, wobei der Dienstleistungsbereich die höchsten Zuwachsraten verzeichnet.

Die Drei Basis-Werte im Franchising

Wir: Franchisepartnerschaft gibt Sicherheit und bietet ein Netzwerk Ich: kann als Franchisepartner:in selbständig tätig sein, und bin trotzdem nie allein System: bietet den Franchisepartner:innen Synergien, vorgegebene Prozesse, Strukturen und Arbeitstools

Die Vorteile von Franchising

Franchise-Unternehmertum ist eine smarte Form der Selbstständigkeit mit vielen Vorteilen:

  • Sicherheit: Franchising bietet eine Art Protected Entrepreneuship, vor allem beim Start in die Selbstständigkeit
  • Resilienz: Erprobte Systeme verringern das unternehmerische Risiko.Franchise-Systeme sind krisenresistenter als Einzelunternehmen.
  • Erfolgsfaktor Arbeitsteilung: Franchise-Partner:innen können den Fokus auf ihr Core-Business legen. Nebenaufgaben werden von der Franchise-Zentrale übernommen. Kombination von Teamfähigkeit und Individualität.
  • Orientierung durch Vergleich und Benchmarks: Lernen in der Gruppe
  • Klare Strukturen und Prozesse: diese vermeiden Reibungsverluste
  • Starke und bekannte Marken: erleichtern Marketing und Kommunikation
  • Qualifizierung durch Aus- und Weiterbildung
  • Kontinuierliche Verbesserungs- und Innovationsprozesse

Franchise-Geber:in

Franchise-Geber:innen entwickeln ein Vertriebskonzept und erstellen ein Leistungsprogramm, das sie den Franchise-Nehmer:innen zur Verfügung stellen. Dieses Leistungsprogramm beinhaltet:

  • Beschaffungskonzept
  • Absatzkonzept
  • Organisationskonzept
  • Nutzungsrecht an Schutzrechten
  • Verpflichtung zur aktiven Unterstützung beim Betriebsaufbau und in der weiteren Betriebsführung (Beschaffung, Vertriebsknowhow, Controlling, Marketing, Wissensmanagement)
  • Verpflichtung zur Weiterentwicklung des Konzeptes
  • Verpflichtung zur Aus- und Weiterbildung

Franchise-Nehmer:in

Das Anforderungsprofil für Franchise-Nehmer:innen lässt sich in drei Kategorien einteilen. Es geht um die fachliche, die persönliche und die finanzielle Qualifikation. Fachliche Qualifikation: Die fachlichen Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Franchise-System und der zugrundeliegenden Geschäftsidee. Ein starkes Interesse am Geschäftsgegenstand ist unablässig. Darüber hinaus braucht es ein gewisses Maß an betriebswirtschaftlichem und kaufmännischem Verständnis, Kompetenz im Umgang mit Digitalisierung und einer guten Führungs- und Management-Kompetenz. Persönliche Qualifikation: Bei den persönlichen Anforderungen wurden bei einer wissenschaftlichen Untersuchung in Deutschland folgende Faktoren als relevant definiert:

  • Identifikation mit den Zielen und der Philosophie des Franchise-Sysems.
  • Teamfähigkeit
  • Leistungsbereitschaft
  • Kommunikationsstärke
  • Offenheit für Innovation
  • Vertriebsorientierung

Finanzielle Anforderungen: Die finanziellen Voraussetzungen hängen von der jeweiligen Branche ab. Ein wesentliches Merkmal ist beim Einstieg in eine Franchise-Partnerschaft die Bereitschaft für Investitionen und für das damit verbundene unternehmerische Risiko.

Franchise-Vertrag

Der Franchise-Vertrag legt die Spielregeln der gegenseitigen Partnerschaft in vier wesentlichen Bereichen fest:

  • Die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien
  • Die Gebühren: Einstiegsgebühren und laufende Gebühren
  • Die Qualitätssicherung und die Einhaltung von Mindeststandards
  • Bedingungen zur Beendigung des Vertrags

Die Dauer des Vertrags variiert in der Regel zwischen 3 und 10 Jahren. Es gibt aber auch Systeme, die Verträge für 20 Jahre abschließen. Tipp: Es ist ratsam, Franchise-Verträge von erfahrenen Anwält:innen erstellen zu lassen. Wir vom ÖFV bieten Ihnen hier Unterstützung an.

Know-how-Dokumentation

In einem erfahrenen Franchise-System gibt es eine fundierte Know-how-Dokumentation, mit den wichtigsten Informationen zum jeweiligen Vertriebskonzept, zumeist in Handbuchform (gedruckt oder digital). Damit wird die operative Umsetzung des Geschäftsmodells und des Franchise-Systems sichergestellt. Vor der Unterzeichnung des Franchise-Vertrags gibt es in der Regel nur begrenzte Einsicht in die Know-how-Dokumentation.