Pressemitteilung

17.06.2009 | Franchise-Branche wächst trotz Finanzkrise

Wien, 17. Juni 2009 – Die heimische Franchise-Wirtschaft ist auch in der Wirtschaftskrise 2008 weiter gewachsen und blickt positiv in die Zukunft, dies ergab eine aktuelle Erhebung im Auftrag des Österreichischen Franchise-Verbandes (ÖFV). Der Kernbereich im Franchising liegt hauptsächlich in den Bereichen Dienstleistung und Vertrieb mit durchschnittlich 600 Mitarbeitern. Der Großteil der Systeme stammt aus Österreich und Deutschland. Um die ständig steigende Qualität von in Österreich

tätigen Franchise-Systemen zu unterstreichen, entwickelte der ÖFV ein Qualitätszertifikat auf Basis des Qualitätssiegels des Deutschen Franchise Verbandes (DFV e.V.). Mit dem ÖFV-System-Check wird das Qualitätsmanagement für Franchise-Systeme weiter ausgebaut. Beachtliche 82 % der befragten System-Geber begrüßen die Einführung eines Qualitätszertifikats lt. der aktuellen Erhebung.

„Wir sehen in der aktuellen Finanzkrise durchaus eine Chance für die gesamte Franchise-Wirtschaft in Österreich“, fasst Andreas Schwerla, Präsident des Österreichischen Franchise-Verbandes, die optimistische Stimmung der Branche zusammen. 47 % der Franchise-Systeme erwarten eine positive Auswirkung der aktuellen

Finanzkrise für Franchising und 33 % der Franchise-Geber gehen davon aus, dass die Krise keine Auswirkung auf Franchising hat, so die Ergebnisse der aktuellen Erhebung des Österreichischen Franchise-Verbandes. Nur 20 % haben die Befürchtung, dass v.a. die Finanzierung für potentielle Franchise-Partner schwieriger werden wird.

Qualitätsstandards für die österreichische Franchise-Wirtschaft

Mit dem im April 2009 eingeführten ÖFV-System-Check werden die Qualitätsstandards für Franchise-Unternehmen in Österreich festgeschrieben. 82 % der befragten Franchise-Systeme befürworten das Engagement des ÖFV für die Einführung eines solchen Qualitätszertifikats. „Diese klar definierten Kriterien für Franchise-Systeme, die vor allem für die Bereiche Systemkonzept, Produkte und Leistungen sowie Strategie und Management gelten, werden durch den System-Check überprüft und sorgen dafür, dass wir am österreichischen Markt unsere Vorreiterrolle nachhaltig sichern und konkurrenzfähig bleiben“, so Andreas Schwerla. Neben der juristischen Prüfung des Franchise-Vertrages sowie der Einsichtnahme in das Franchise-Handbuch fließt auch eine

stichprobenartige Befragung der Franchise-Nehmer-Zufriedenheit in die Beurteilung ein.

Der System-Check wird durch eine vom ÖFV beauftragte, neutrale und unabhängige Bewertungsgesellschaft (Centrum für Franchising und Cooperation an der Universität Münster) durchgeführt. Auf Grundlage der überreichten Unterlagen, der Selbstauskunft des Franchise-Gebers, der juristischen Überprüfung des Franchise-Vertrages sowie der stichprobenweisen Befragung von Franchise-Nehmern des Systems überprüft die Bewertungsgesellschaft, ob das Franchise-System die Standards des ÖFV-System-Checks erfüllt.

Österreichische Franchise-Systeme auf Expansionskurs

Den größten Anteil der Franchise-Systeme in Österreich bilden heimische Unternehmen, gefolgt von Systemen aus Deutschland. Der Rest verteilt sich unter anderem auf Länder wie USA, GB, Frankreich, Italien. „Es ist klar erkennbar, dass die deutschen Systeme in Österreich am Vormarsch sind,“ kommentiert Andreas Schwerla die Entwicklung der Branche.

Im Durchschnitt expandieren die heimischen Franchise-

Systeme seit 7 Jahren vorrangig in das deutschsprachige Ausland. Aber auch die CEE-Länder gewinnen weiterhin an Attraktivität. Österreichische Franchise-Systeme, die ihre Tätigkeit auf das Ausland ausweiten, bevorzugen das Direkt-Franchising oder das Master-Franchising.

Den stärksten Zuwachs verzeichnet die Textil-/Modebranche, gefolgt von der Gastronomie sowie Unterricht und Training.

Der Franchise-Geber: Ausbau der Supportleistungen

Die gemeinsame Marke im Franchising wird immer mehr als das wichtigste Instrument anerkannt. So bieten überraschend viele Franchise-Geber Kennzeichnungs- elemente am Standort an. Auch die Definition der Kundenzielgruppe nehmen mehr Franchise-Geber ernst und bieten hier den Franchise-Partnern den Transfer ihres Erfolgsrezeptes an. Zudem haben die Franchise-Geber für die Planung der Standorte erkannt, mehr Expertenwissen einzusetzen und bieten den Franchise-Partnern hier an, auf das Netzwerk zurückgreifen zu können. Zu den Service-leistungen, die die

Franchise-Geber für ihre Franchise-Partner erbringen, kann generell gesagt werden, dass die Qualifizierung sowohl der Franchise-Partner als auch der Mitarbeiter voranschreitet.

Danach befragt, in welche Bereiche Franchise-Geber in den nächsten Jahren Geld investieren werden, nannten diese an oberster Stelle die Weiterentwicklung der Unterstützungs-leistungen und Services für die Franchise-Partner im Bereich Marketing und Vertrieb sowie Aus– und Weiterbildung der Franchise-Partner und deren Mitarbeiter.

Die Gebühren: Partnerschaft als Win-win-Situation

Im Vergleich zum Jahr 2006 sind die Gebühren etwas gestiegen – eine Konsequenz aus der Leistungssteigerung der Franchise-Zentralen und dem verstärkten Support (lfd. Betreuung und Beratung) der Franchise-Partner. Die durchschnittlich monatliche, umsatzabhängige Franchise-Gebühr betrug im Jahr 2008 6 %.

Der Trend geht dabei bei immer mehr Franchise-Systemen hin zu umsatzabhängigen Franchise-Gebühren anstelle von Fixbeträgen. Der Franchise-Geber will im Sinne einer gelebten, aktiven Partnerschaft nur dann Geld verdienen, wenn auch seine Franchise-Partner Geld lukrieren.

Der Österreichische Franchise-Verband – Österreichs 1. Franchise-Adresse

Der Österreichische Franchise-Verband wurde 1986 über Initiative der European Franchise-Federation (EFF) gegründet und ist zentraler Repräsentant der Österreichischen Franchise-Wirtschaft. Er hat insbesondere die Aufgabe die Interessen der Franchise-Wirtschaft wahrzunehmen, das seriöse Franchising zu fördern und als Informationsplattform zu dienen. Der ÖFV stellt die Qualitätsgemeinschaft von Franchise-Systemen in 

Österreich dar und versteht sich als Verband für Franchise-Geber und Franchise-Nehmer, profitiert jedoch gleichzeitig von dem Know-how der als Experten angeschlossenen Franchise-Rechtsanwälte und Franchise-Unternehmensberater. Derzeit zählt der ÖFV rund 140 Mitglieder, darunter so bedeutende Franchise-Systeme wie McDonald‘s, Palmers, Repa Copy, Jones oder OBI.